Mein Baum des Lebens

Hier erfährst Du, wie Du mit einfachen Mitteln einen Baum des Lebens anfertigst. Mein Tipp: Wenn Du den Perfektionismus ablegst, gelingt es besser.

„Wenn ich damit mein Geld verdienen müsste, würden wir verhungern“, sage ich und drehe an einem widerspenstigen Drahtbündel, das nicht so will wie ich es will. 

„Deshalb arbeitest Du ja was anderes“, beruhigt mich meine Tochter, die ganz offensichtlich viel mehr Geschick mit dem Werkstück hat. Bei ihr sieht man schon, was es mal werden soll: ein Baum des Lebens.

Eine Anleitung braucht sie nicht, sie legt einfach los, nachdem sie sich ein Foto eines ähnlichen Werks angeschaut hat.

Bei mir stellt sich schnell Ungeduld ein. Erst suche ich nach einer Anleitung im Netz, nach einem Plan, nach dem ich vorgehen kann. Ich finde keinen. 

Der Moment, der die Sicht verändert

Die Handarbeit macht erst dann Spaß, als ich die Vorstellung aufgebe, dass der Baumt perfekt aussehen muss. Er darf so aussehen, wie er eben wird, etwas schief und krumm und anders als die perfekten Bilder im Netz.

Gleichzeitig mit diesem Gedanken finden die Wurzeln auf einmal Halt am Metallrahmen, die Äste verzweigen sich viel leichter und es entsteht tatsächlich so etwas, das wie ein Lebensbaum aussieht.

Meine Wut ist plötzlich verflogen, ich habe tatsächlich Freude an meinem Werk, das für mich zu einem Symbol wird. Lass den Dingen doch einfach mal ihren Lauf, dann geht vieles viel einfacher. 

Der Lebensbaum, was ist das?

Der Lebensbaum ist ein Symbol in vielen Religionen. Wen es interessiert, kann das zum Beispiel hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Baum_des_Lebens

Für mich bedeutet er Erdung in der nicht immer einfachen Corona-Zeit. Aber gleichzeitig ermutigt er mich auch darin, den Blick nach vorne nicht zu verlieren.

Das kann schnell passieren, wenn man ständig auf Fallzahlen, Infektionszahlen und sonstige Daten blickt, Angst vor einer neuen Infektionswelle hat, an den Einschränkungen verzweifelt und sich machtlos fühlt, weil man selbst die Situation nicht ändern kann.

Die Anleitung

Wer jetzt noch wissen will, wie das mit dem eigenen Baum funktioniert hat, dann hier meine Anleitung:

Materialien:

– Bindedraht

– Metallring

Werzkeug: Seitenschneider

  1. Schneide ein Bundel Drahtstifte zurecht. Sie sollten etwas um ein Drittel länger sein, als der Durchmesser des Metallrings ist.
  2. Drehe sie am unteren Drittel zusammen, das wird einmal der Stamm
  3. Damit der Stamm in der Mitte des Ringes sitzt, binde jeweils links und rechts ein Wurzel und einen Ast am Rahmen fest, damit fixierst Du den Stamm. 
  4. Teile das große Drahtbündel in kleinere, drehe diese und teile die Drahtbündel wieder und drehe sie. Damit verzweigt sich das Wurzeltwerk. Das gleiche machst Du oben bei den Ästen.
  5. Die Drahtenden drehst Du um den Metallring. Lasse die Äste sich kreuzen, damit ein schönes Astwerk entsteht. Die überstehenden Enden schneidest Du am Ende ab. Die spitzen Drahtenden kannst du mit dem Seitenschneider oder mit einer Zange flach an den Metallring drücken.
  6. Freue Dich über deinen ganz persönlichen Baum des Lebens.

Mein Baum des Lebens hängt übrigens an einer Wand in meinem Zuhause und erinnert mach daran, in schwierigen Situationen erst einmal tief durchzuatmen.

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