Duft des Herbstes: Traubensaft selbst gemacht

Traubensaft pasteurisiert

Wie das duftet! Wenn ich derzeit durch den Garten laufe, strömt mir der süße Duft der Weintrauben in die Nase. Wie im Frühling der Duft des Flieders, im Sommer der Duft der Rosen und des Lavendels so würde ich den Duft unserer Weintrauben am liebsten konservieren für die bevorstehenden trüben Wintertage. Drei junge Rebstöcke hat mir ein Kollege vor acht Jahren geschenkt. Sie sind längst der Kinderstube entwachsen und verhalten sich wie übermütige Jugendliche. Sie testen ihre Grenzen aus – sowohl was das Wachsen angeht als auch bei der Menge an Früchten.

Warum wir trotzdem keine Winzer werden

Die vorigen Jahre habe ich einen Teil der Trauben zu Saft verarbeitet. Abgefüllt in Flaschen habe ich den Saft eingefroren und dann bei Bedarf aus der Gefriertruhe geholt. Der Nachteil: Ist der Traubensaft nicht innerhalb von drei Tagen im Kühlschrank aufgebraucht, fängt er an zu gären.

Einmal haben wir es dann mit Wein versucht. Was bei uns im Keller reifte, ähnelte dann weder einem Wein noch einem Essig, sondern einer ungenießbaren sauren Flüssigkeit, die sich nicht einmal als Putzmittel eignetet.

Dieses Jahr nun ein neuer Versuch. Diesmal habe ich den Saft pasteurisiert und in Weckflaschen abgefüllt. Ob es funktioniert? Kann ich im Moment noch nicht sagen. Nur: Die erste Flasche ist schon leer getrunken und die zweite ist bereits geöffnet. Der Saft ist lecker und gärt bislang noch nicht.

Den süßen Duft der Weintrauben werde ich wohl auch diesen Herbst nicht festhalten können, doch ich freue mich am Anblick der Flaschen im Kellerregal.

Weintrauben
Trauben werden zerstampft

Das Rezept:

  • Weintrauben waschen und entstielen
  • Trauben mit dem Kartoffelstampfer zerdrücken
  • Die Masse entweder in eine Saftpresse geben und ausquetschen. Wenn sich der Schraubstock nicht mehr drehen lässt, eine Minute warten. Denn dann hat sich Masse gesetzt und es lässt sich meistens noch weiterdrehen. Wer keine Presse besitzt, kann die Trauben in ein sauberes Tuch wickeln und pressen.
  • Den Saft in einem Topf ca eine 1/4 Stunde auf circa 70 – 80 Grad erhitzen.
  • Zwischendurch die Flaschen samt Deckel und Gummiringen auskochen
  • Den heißen Saft in die heißen Flaschen füllen, die Ränder säubern und sofort verschließen mit Gummiring und Klammern. Nach dem Auskühlen sitzt der Deckel fest.
Saftpresse
Mechanische Saftpresse im Einsatz

PS: Geerntet haben wir bislang nicht einmal die Hälfte der Trauben. Einige werden wir wohl noch pflücken und sofort essen, ein paar werden wir noch frosten und einfrieren. Alle anderen Trauben schenken wir den Amseln. Denn diesen beim Festmahl zuzuschauen, macht glücklich. Und das ist ja auch der Sinn des Ganzen.

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